Alles bleibt wie es war

Alles bleibt wie es war!

Und doch (wo)anders und besser

 

 

 

Viele Kunden und Freunde der Kräuterwiese hatten entweder schon davon gehört oder wussten bereits durch die Mitteilungen im letzten Weihnachtsbrief davon, dass sich bei der Wichert GmbH im Jahr 2015 viel neues ereignen wird.

Besonders die Übertragung der Geschäftsführung an Frau Borchers und die Zusicherung von Frau Wichert, nun aus der zweiten Reihe, tatkräftig weiter für die Kunden der Kräuterwiese verfügbar zu sein, waren dabei die herausragenden Nachrichten. Damit war das Wichtigste für die Kunden auch angesprochen, die Qualitätssicherung! Es wird auch nach dieser Umstellung, in den Säcken und Eimern unverändert die altbewährte Qualität zu finden sein. Für die Rezepturen wird nach wie vor, aus dem Erfahrungsschatz der Wicherts genommen, was sich über Jahrzehnte für die Pferde als wertvoll erwiesen hat. Das ist versprochen!

 Guter Start

Diese erste Umgestaltung des Teams verlief erfreulich problemlos und so konnte sich das neue Team einer längst fälligen Problemlösung zuwenden. Schon lange fehlte es, besonders im Bürobereich, an ausreichendem Platz. Über die Jahre hinweg, war der Betrieb stetig gewachsen. Das Produktsortiment hatte sich vervielfacht und der Kundenstamm war entsprechend angewachsen. Nur die Büroräume konnten leider nicht mitwachsen.

Jetzt war die Gelegenheit gekommen auch das zu ändern. Der Entschluss stand, und im Frühling war es dann soweit, ein neues Quartier wurde gesucht.

Das ging nicht gleich und auf der Stelle aber das Glück war mit Frau Borchers und führte sie nach Harpstedt um ein schönes, am Stadtrand gelegenes Bürogebäude mit Lagerfläche zu besichtigen. Dort, von einer malerischen Landschaft umgeben, sollte nun das neue Zuhause der Kräuterwiese entstehen. Hinter dem Haus führt sogar der Jakobsweg entlang. Das Kräuterwiese-Team war mit dem Vorschlag einverstanden und so konnte man bereits im Sommer die Koffer packen.

Sack für Sack und Kiste um Kiste wurde die komplette Firma nun verladen und in das zum Glück nur etwa 11 Kilometer entfernte Harpstedt transportiert. Ganz nebenbei wurden dabei noch die letzten Bestellungen entgegengenommen, die beim Abladen am neuen Platz auch gleich „aus dem Karton“ heraus bearbeitet und verschickt wurden.

Es musste schnell gehen. Die neuen, gut geschnittenen Räume konnten zügig eingerichtet werden, sollte doch der Betrieb unbedingt durchlaufen, denn keinem Pferd durfte der Magen knurren, nur weil die Kräuterwiese nicht erreichbar war. Dann war es geschafft und nahezu perfekt geworden. Das Team war zwar erschöpft und doch zufrieden. Nur wenige Kunden verirrten sich später noch und suchten die Kräuterwiese am alten Standort .

 Was blieb

Was Frau Wichert besonders und sicher auch den anderen im Team, schon manchmal fehlen wird, sind Bjarki, Blakkur und Kumpane, die Kräuterwiesen-Testpferde die sich seit Jahrzehnten auf der Weide am alten Standort, tummelten.

Aber ihre Zeit war auch lange vorher schon gekommen und Sokrates ist im Frühjahr als letztes „stationäres“ Testpferd mit gut 35 Pferdejahren gestorben.

Die neuen Testpferde der Kräuterwiese sind nun auswärts bei ausgesuchten Pferdefreunden untergestellt. Pferde fast aller Nutzungsgruppen, wie Sportpferde, Jungpferde, Zuchtpferde und auch alte Pferde, werden wie bewährt, mit den Erzeugnissen der Kräuterwiese gezielt gefüttert und der enge Kontakt zu ihnen bzw. ihrer Haltern, macht die Ergebnisse schnell und zuverlässig einsehbar. Der Erfahrungsschatz wächst somit immer weiter und das Kräuterwiesen-Team gibt gern ab davon.

EMS

EMS

Equines metabolisches Syndrom

Artikel von PD Dr. Brigitta Wichert

 

Das Equine metabolische Syndrom scheint eine relativ „neue“ Krankheit bei Pferden zu sein – oder nur ein noch neuer Ausdruck für bestimmte Symptome. Ein metabolisches Syndrom ist auch beim Menschen und bei der Katze bekannt. Das EMS und seine Folgen könnten zu den Wohlstandkrankheiten gezählt werden, denn in Zeiten von wenig Nahrung, tritt es nicht durch Krankheitssymptome in Erscheinung.

Ach du dickes Pferd

 

Pferde und Ponys mit EMS fallen meistens damit auf, dass sie viel zu dick sind– entweder ganz generell oder sie zeigen eine unübliche Ansammlung von Fett u.a. am Kamm des Halses, und auf den Rippen. Zusätzlich kann bei klinischen Tests eine Hyperinsulinämie, d.h. eine hohe Ausschüttung an Insulin gemessen werden, da die betroffenen Tiere nur vermindert auf dieses Hormon reagieren. In vielen Fällen haben diese Pferde wiederkehrend akute Hufreheschübe oder aber eine subklinische, also nicht durch eine Lahmheit oder die typische Rehehaltung sichtbare, aber am Huf selbst erkennbare Hufrehe. Verschiedene Studien konnten für diese Symptomatik eine familiäre Häufung nachweisen, was einen genetischen Hintergrund vermuten lässt, der die Pferde oder Ponys dann anfällig auf eine Weidehaltung mit viel jungem Weidegras werden lässt. Allgemein sind Ponys, aber auch Rassen wie Morgans, Paso Finos, Norweger und Araber häufiger betroffen als Grosspferde.

Verwirrend kann es sein, dass eine verminderte Reaktion auf Insulin auch bei Pferden mit einer Fehlfunktion der Hirnanhangsdrüse, dem so genannten Cushing Syndrom vorkommt. Trotz ähnlicher Symptome ist EMS jedoch nicht mit Cushing Syndrom gleichzusetzen.

Vorsicht – weniger ist mehr

Wie soll ein Pferd mit EMS gefüttert werden? Das Wichtigste für Pferde mit EMS ist es, zu vermeiden, dass sie fettleibig werden oder dies bleiben. Da Hufrehe bei diesen Pferden am  häufigsten in Zusammenhang mit Weidegang auftritt, ist hier Vorsicht geboten. Besonders im Frühjahr, aber auch im Frühherbst, wenn nachwachsendes junges Gras mit hohen Nährstoffgehalten, insbesondere „leichtverdaulichen“ Kohlenhydraten zur Verfügung steht. Dann sollten gefährdete Pferde keinesfalls „rund um die Uhr“ auf der Weide gehalten werden. Die meisten EMS Pferde sind relativ „leichtfuttrig“, d.h. dass sie „vom Anschauen des Futters dick werden“ oder fachlich korrekt ausgedrückt, dass sie zur Erhaltung ihrer idealen Körperkondition weniger Energie benötigen, als andere Pferde mit gleicher Leistung. Um nun solche Pferde gesund zu erhalten, muss die Grasaufnahme beschränkt werden. Aber auch ohne Grasfütterung muss auf eine bedarfsgerechte Energiezufuhr geachtet werden. Bei manchen Pferden wird es schon schwierig, mit den für ausreichende Beschäftigung empfohlenen 1.5kg Heu je 100 kg Pferd (d.h. 6kg für ein 400 kg Pferd) eine schlanke Körperkondition zu halten. Kraftfutter oder Getreide ist erst dann zu empfehlen, wenn die Pferde wirklich so viel leisten müssen, dass sie ohne ein energiereiches Futter zu dünn werden würden – also zum Beispiel für ein Distanzpferd mit EMS. – Diese gibt es tatsächlich, sie haben aber in ihren aktiven Zeiten meistens keine Probleme mit dieser Veranlagung. Wenig genutzte Pferde oder Ponys benötigen neben Heu (oder Haylage) ggf. in Kombination mit Stroh nichts (außer einem Mineralfutter). Spezielle Futtermittel für Pferde mit EMS sind also im Allgemeinen nicht notwendig und in den meisten Fällen auch nur bedingt sinnvoll, da die Fütterung eines Kraftfutters mit Fett als Energiequelle an Stelle von Stärke viel Energie bietet und für ein zu Fettleibigkeit neigendes Pferd daher NICHT sinnvoll ist.

 Maßvoll füttern

Solange Pferde, die an equinem metabolischem Syndrom leiden, schlank gehalten werden und keine oder nur sehr wenig Weidehaltung haben, müssen sie auch nicht ständig an Hufrehe erkranken – sofern diese nicht bereits chronisch geworden ist. Das bedeutet wiederum, dass es das geeignete Spezial Futter für EMS-Pferde nicht gibt , sondern dass bedarfsgerecht, also mit Maß gefüttert werden muss!

I N S U L I N

Regelkreis des Blutzuckers

Insulin ist ein Hormon, das von der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Insulin senkt den Blutzuckerspiegel, in dem es die Aufnahme von Zucker in Körperzellen stimuliert. Nach einer Mahlzeit, insbesondere, wenn diese reich an leicht verdaulichen Kohlenhydraten ist, steigt der Blutzuckerspiegel an. Daraufhin reagiert die Bauchspeicheldrüse mit der Ausschüttung von Insulin, das den Blutzuckerspiegel wieder senkt, indem es die Aufnahme des Zuckers in Zellen ermöglicht. Aber auch im Fett- und Aminosäurenstoffwechsel spielt Insulin eine Rolle, es hemmt z.B. den Fettabbau.

Mein Jahr mit Kasaar

Mein Jahr mit Kasaar

Wiebke Angelbeck blickt auf eine ereignisreiche und spannende Saison zurück.

Ihr treuer Kasaar hat allen Grund, auf sich und seine Leistung stolz zu sein.

Frau Angelbeck ist sich sicher, dass auch das „beste Pferdefutter der Welt“ wie sie die Kräuterwiese-Produkte bezeichet, ihren Beitrag dazu geleistet haben.

Da will SCHATZ nicht fehlen und gratuliert ganz herzlich.

Weiter so!

Nachdem wir den milden Winter recht gut durchgeritten waren und unsere Trainingsritte wie geplant absolviert hatten, starteten Kasaar und ich Mitte März auf einem 2 Tagesritt in Alt Jabel in die Distanzsaison 2015. Angeboten wurden 81 km am ersten und 42 km am zweiten Tag. Von vornherein war geplant, den ersten Tag am Start-/Zielort bei km 65 in der Wertung zu beenden und lieber am zweiten Tag noch mal die gesamten 42 km zu reiten. Das Wetter war recht wechselhaft, den Samstag war es regnerisch bei Temperaturen im Plusbereich, am Sonntagmorgen war es knacke kalt aber dafür mit herrlichem Sonnenschein. Den Ritt haben Kasaar und ich mit insgesamt 107 km auf einem tollen 11. Platz bei 28 Startern beendet.

Mitte April ging es dann zu einem weiteren 2-Tages-Ritt nach Neu Lübtheen. Hier lag der Fokus auf dem ersten Tag mit einer Streckenlänge von 84 km. Wir ritten die Gesamtstrecke und damit ist Kasaar jetzt ein echtes Langstreckenpferd (die lange Strecke beginnt bei 81 km) und am zweiten Tag beendeten wir vorzeitig nach 35 km am Start-/Zielort und ersparten uns die letzten 13 km. Mit den 119 km konnten wir den Ritt auf einem guten 7. Platz bei 24 Startern beenden.

Im Mai hatten wir dann mal wieder vermehrt an der Rittigkeit und Gymnastizierung gearbeitet und Mitte des Monats an einem Wochenend-Reitkurs teilgenommen. Ende Mai fuhren wir in die Berge nach Eisdorf, in die Nähe von Goslar. Hier startete Kasaar 2014 in seine Distanzkarriere über 61 km. Den 98-km-Ritt hatten wir nach 77 km und gut 2.000 Höhenmetern vorzeitig in der Wertung beendet. Damit hatte Kasaar seine Novice-Quali für internationale Distanzritte in der Tasche.

Nachdem alle Formalitäten und Lizenzen beantragt waren hatten wir im Juli an einem DOKR-Lehrgang mit Jack Begaud im Ausbildungszentrum in Luhmühlen teilgenommen. Hier stand neben der Theorie und der Pferdebeurteilung auch Dressurunterricht bei Vincent Herngreen und ein Galopptraining in der Gruppe auf dem Programm. Das Wochenende war sehr lehrreich und das Galopptraining eine sehr gute Vorbereitung auf unseren Start Anfang August beim CEI* über 80 km auf dem Gestüt in Neustadt Dosse. Da Kasaar und ich noch immer nicht die Schnellsten sind, waren wir nach ca. 10 km nach dem Start alleine unterwegs. Durch das Verreiten anderer Teilnehmer, und den nach uns Startenden, waren wir immer mal wieder in Gesellschaft und mussten nur die letzte Runde von 20 km ganz alleine gehen. Auch das hat Kasaar super gemeistert und durch eine, mir nicht verständlich, hohe Ausfallquote, haben wir den Ritt auf dem 2. Platz beendet. Ein guter Einstieg und damit ist Kasaar jetzt auch noch ein Sternchenpferd!

Mitte August haben wir an einem weiteren Wochenend-Reitkurs teilgenommen und arbeiteten u. a. neben der Verbesserung der Seitengängen in ganz kleinen Schritten am anpiaffieren. Das Wochenende darauf hatten wir unsere 2. Schöne-Ritte-Veranstaltung zu Hause in Stuck. Hier ließ ich unsere Freundin, Juliane Bauer mit Kasaar die 61 km als Trainingsritt und als Dankeschön für ihre Unterstützung starten. Die Beiden haben den Ritt auf einem tollen 4. Platz beendet.

Zum Abschluss der Saison sind wir dann erneut auf das Gestüt nach Neustadt Dosse gefahren, dieses Mal nicht für einen internationalen Ritt, sondern für einen Mehrtages-Tages Ritt. Die Gesamtstrecke, bei 3 Reittagen, betrug 180 km, das war uns für diese Saison noch zu viel, aber wir hatten die Möglichkeit die einzelnen Tagesetappen vorzeitig zu beenden. Den ersten Tag, den wir komplett alleine geritten waren, beendeten wir bei 17 Startern auf Platz 4 liegend nach 67 km in Uenze. Kasaar hatte über Nacht super gefressen und gesoffen und lief auch den 2. Tag komplett alleine bis ins Tagesziel nach Stuck bei km 70, immer noch auf Platz 4 liegend. Durch den doch recht vielen Asphalt auf den ersten 100 km, das komplette alleine laufen und Kasaars super Endspurt, als er wusste es geht nach Hause, habe wir uns gegen einen Start am 3. Tag entschieden. Damit haben wir zwar den 4. Platz verschenkt, aber den 13. Platz mit insgesamt 137 km gewonnen.

Die letzten beiden Streckenabschnitte waren die Krönung der gesamten Saison und haben einfach einen riesen Spaß gemacht!

Damit gehen wir mit einem tollen Gefühl schon fast in die wohl verdiente Winterpause. Kommendes Wochenende haben wir noch einen letzten Reitkurs dieses Jahr. Dort wollen wir neben der Cavalettiarbeit an meinen Sitz und Kasaars Gymnastizierung arbeiten und dann heißt es wirklich Winterpause.

Vielen DANK für das beste Pferdefutter der Welt, welches meine Pferde schon seit vielen Jahren fressen und ohne das diese Leistung nicht möglich wäre!

 

Unser neues Müsli

Unser neues Müslifutter

Energiereiches Müslifutter mit echten Wiesenkräutern

In letzter Zeit erhalten wir vermehrt Anfragen von Tierärzten und Pferdehaltern, die auf der Suche nach einem Pferdemüsli für sportlich genutzte Pferde mit Verdauungsproblemen sind. Oft leiden diese Pferde unter Magenübersäuerung und teilweise sogar unter Magengeschwüren. Diese Magenprobleme treten bei allen Pferderassen auf, vom Rennpferd bis zum „kaltblütigen“ Kutschpferd.

Probleme im Verdauungssystem entstehen oft als Folge von Stress. Dieser lässt sich bei Turnierpferden oft nicht wirklich vermeiden. Die größten Stressfaktoren sind: häufige, oft längere Transporte im Anhänger, erhöhte Belastung durch unterschiedliche Keime, Kontakt mit fremden Pferden (und Menschen) auf dem lebhaften Turniergelände.

 

Unsere Lösung: das melasse- und weizenfreie Kräutermüsli für Pferde!

Wir haben ein energiereiches Müsli-Futter auf der Basis unseres bewährten „Müsli Meisterklasse“ zusammengestellt, das die Bezeichnung „Kräutermüsli“ mehr als verdient. Es ist melassefrei und enthält keine Weizenprodukte. Der verwendete Dinkel mit Spelz ist eine äußerst kleberarme Urform dieses Getreides.

 

Mit Wiesenkräutern und mehr!

Zu unserer bewährten Müsli-Rezeptur kommen wertvolle und vor allem echte Kräuter. Diese sind bekannt dafür, dass sie Magen, Darm und Leber unterstützen. In unserem neuen Pferdemüsli finden Sie: Queckenwurzel, Odermennig, Mariendistelkraut, Schafgarbenkraut, Löwenzahnkraut, Brennnesselkraut, Ringelblumenblüten. Um unsere Müslimischung zusätzlich aufzuwerten, haben wir Luzerne (Faser & Energie) und Sonneblumenkerne (ungesättigte Fettsäuren & Vitamine) zugefügt.

 

 

 

 

Pferde ausreichend versorgen

Pferde voll versorgen

Mit ausreichendem und pferdegerechtem Raufutter

Artikel von PD Dr. Brigitta Wichert

Für eine artgerechte und damit gesunde Pferdefütterung ist eine ausreichende Versorgung der Pferde mit kaufähigem Raufutter notwendig.

• Ausreichend Raufutter

Von Natur aus würde ein Pferd, um leben und sich fortpflanzen zu können, etwa 18 Stunden pro Tag (also pro 24 Stunden) „grasen“ und sich dabei langsam fortbewegen. Heute ist diese Art der Ernährung aus verschiedenen Gründen unmöglich geworden. Sport- und Arbeitspferde haben z.B. einen höheren Energiebedarf, dafür aber weniger Zeit zum Fressen, so dass die Versorgung mit der „ursprünglichen Nahrung der Pferde“ den Bedarf gar nicht mehr decken könnte.

In vielen Fällen sind auch nicht ausreichend Flächen vorhanden, als dass die Pferde Tag und Nacht auf der Weide gehalten werden könnten. Schliesslich darf auch nicht vergessen werden, dass die heutigen Weiden der ursprünglichen Futtergrundlage der Pferde in keiner Weise mehr entsprechen. Sie sind viel nährstoffreicher (hauptsächlich Energie und Eiweiss), so dass wenig gearbeitete Pferde, die ganztägig Weidegang haben, durch diese Art der Fütterung zu fett werden, was wiederum nicht gesund ist.

In der Praxis bedeutet dies, dass wenig gearbeitete Pferde häufig durch die hohe Nährstoffdichte des Grünfutters und Heus nur eine reduzierte Menge zugeteilt bekommen, damit sie nicht zu fett werden, wogegen Sport- und Arbeitspferde eine energiedichtere Mahlzeit benötigen und daher nur eine begrenzte Menge an Grün- und Raufutter, ergänzt mit Kraftfutter, also Getreide oder energiereichem Mischfutter, erhalten.

Neben diesen Einflussfaktoren (Energiebedarf der Pferde und Energiegehalt der Futtermittel), spielen bei Sportpferden aber auch noch andere „Bedürfnisse“ eine nicht unwichtige Rolle. So darf ein Pferd, das Kurzzeitleistungen wie Springen oder Rennen erbringt, möglichst keinen Gras- oder Heubauch haben, damit es möglichst schnell rennt oder leichtfüssig springt! Aus diesem Grund wird es häufig mit so wenig Raufutter wie möglich gefüttert- damit es nicht schwerfällig wird, aber gesund bleibt. Ganz im Gegenteil dazu bekommen „Langstreckler“, also Distanz- und Vielseitigkeitspferde viel Raufutter zugeteilt, da dadurch u. a. Wasser im Verdauungstrakt gespeichert wird, welches der Sportler auf der langen Strecke dringend benötigt.

 Egal ob, und wenn ja, in welchem Sport ein Pferd eingesetzt wird, muss die folgende Grundregel für eine pferdegerechte Fütterung eingehalten werden: 1 – 1.5 Kilogramm kaufähiges Raufutter pro hundert Kilogramm Körpergewicht des Pferdes müssen mindestens gefüttert werden.

• Pferdegerechtes Raufutter

Bei der Auswahl des Raufutters muss darauf geachtet werden, dass die angegebene Mindestmenge langfaserig und damit kaufähig ist. Dies führt zum einen zu einer erhöhten Speichelproduktion und somit zu einer Pufferung im Magen und beschäftigt außerdem das Pferd. Prinzipiell geeignet sind Heu und Stroh und bedingt Silage bzw. Heulage. Allerdings muss immer auf eine geeignete Qualität geachtet werden, so sollte „Pferdeheu“ möglichst grobstängelig und lang geschnitten sein.

Emd/Ömd/Grummet (?) „Zweiter Schnitt und folgende“ ist im Allgemeinen als alleiniges Raufutter zu weich und fein. Sowohl feines oder weiches Heu, wie auch feuchte oder kurz gehäckselte Silage decken das Kaubedürfnis von Pferden häufig nicht. Dies kann sich dann z.B. in so genannten Unarten der Pferde wie Anfressen von Holz oder auch Fressen von Erde zeigen. Beim Stroh muss man darauf achten, dass es nicht zu kurz geschnitten ist. Insbesondere ein hoher Anteil an Fasern <2 cm ist gefährlich, da die Aufnahme grösserer Mengen zu Anschoppungskoliken (Verstopfung) führen kann. In Bezug auf Koliken ist auch eine reine Strohfütterung (also ohne andere Raufutter) gefährlich! Dies ist vermutlich auf eine verminderte Verarbeitung der Strohfasern durch die Dickdarmbakterien zurückzuführen.

Qualitäts-Heu – Heuqualität

Qualitäts-Heu – Heuqualität

Artikel von Dipl.Ing.Agr\FH Maria Stahl

In letzter Zeit hatten wir bei der Kräuterwiese mehrere Anrufe besorgter Pferdehalter, Kunden mit viel Erfahrung.

Alle hatten Heu nachgekauft. In zwei Fällen rührten die Tiere das zugekaufte Futter gar nicht an oder suchten sich nur vereinzelte Halme herraus. Ziegen und Kühe nahmen dasselbe Heu allerdings mit gutem Appetit auf. Im dritten Fall fraß das Pferd von der neuen Charge und bekam Durchfall. Die Besitzerin gab dem Tier zunächst einmal Heu eines anderen Lieferanten. Der Durchfall hörte auf. Aber irgendwann sollte ja nun das „neue“ Heu verfüttert werden. Beim zweiten Versuch wurde das Tier noch heftiger krank als zuvor. Die Lieferanten waren von der guten Qualität des Heus jedoch überzeugt, einmal hieß es, dass die Lieferung „bestes Heu von extensiv bewirtschaftetem Grünland“ sei. Alle Anrufer beschrieben das angenommene Heu auch als hygienisch einwandfrei, d.h. trocken, grün, aromatisch, nicht staubig.

Diese Anfragen sind Grund, uns wieder einmal neu mit dem Thema Heu zu befassen.

1. Gedanke: Futtermittelhygiene

Bei solchen unschönen Berichten fragen wir uns natürlich zuerst, ob die „Futtermittelhygiene“ eingehalten´wurde, was bedeutet, dass Kontaminationen (Verseuchung/Verschmutzung) vermieden wurden, so dass dieses Heu für die Verfütterung an Pferde auch geeignet ist! – Die Hygiene schien in den oben erwähnten Fällen jedoch augenscheinlich nicht das Problem zu sein.

2. Gedanke: die Grundsubstanz des Heus

Viele Landwirte haben in den vergangen Jahren die Rindviehhaltung aufgegeben und vermieten nun ihre Ställe an Pferdebesitzer. Die Weiden, die jahrelang sehr intensiv bewirtschaftet wurden, um genug reichhaltiges Raufutter für die Wiederkäuer zu bekommen, werden nun nicht mehr gedüngt, weil ja Pferde darauf grasen, die keine Milchleistung erbringen müssen und das „fette“ Gras sowieso nicht vertragen. Dadurch magern diese Flächen aus und das Artenspektrum an Gräsern und Kräutern verändert sich, was zunächst wünschenswert erscheint, aber nicht unbedingt gut für Pferde sein muss.

Es können sich sogenannte „weiche“ Gräser, wie z.B. Windhalm, der sich durch die Getreideernte mittels Mähdrescher weit verbreitet, vermehrt ansiedeln. Dieser wird aufgrund seines geringen Ligningehaltes beim Kauen nicht richtig zerkleinert. Faserknäuel führen dann zu Engpässen im Verdauungstrakt und es kommt zu Koliken.

Pferde, die über ausreichend Futterinstinkt verfügen, fressen solches Heu nicht. Andere wiederum, unerfahrene Jungtiere oder solche, die zu früh von der Mutter getrennt wurden oder Tier, die unter Raufuttermangel leiden, nehmen es dennoch auf.

Mit Windhalm versetztes Heu erhält man auch, wenn landwirtschaftlich ungenutzte Ackerflächen abgemäht werden und das trockene „Grün“ von diesen Flächen als Heu verkauft wird. Ein anderer Grund für die veränderten Pflanzen im Heu mag in der Umwelt- und/oder Agrarpolitik liegen.

Der Landwirt bekommt Fördergelder, wenn er in der Lage ist, auf seinen Wiesen eine artenreiche Pflanzengesellschaft zu erzeugen, die 1-2mal im Jahr abgemäht wird und als solche Bestand hat. Aber weiß jeder Landwirt genau, welche Pflanzen auf seiner biologisch wertvollen Wiese giftig für Pferde sind und wie es sich mit ihnen nach der Heutrocknung verhält?

 3. Gedanke: Die Kunst der Heugewinnung

Wichtig war und ist:

1.) das Mähwerk sollte nicht tiefer als auf 10 cm eingestellt sein, (6 cm sind nach unserer Ansicht schon ein Kompromiss), damit nicht Sand oder Erde ins Heu gerät (Gefahr: Sandkolik bzw. Erdkeime).

2.) Günstiges Erntewetter muß abgewartet werden, – die heutige Erntewetter-Vorhersage ist da ein deutlicher Fortschritt zu den alten Bauernregeln – nötig ist es aber auch, die Geduld aufzubringen, mindestens 5 Tagen Sonnenwetter ab zu warten! – „Mähen kann man schon im Regen, wenn ein stabiles Hoch vorhergesagt wird,“ pflegt Gerd Brüning zu sagen. -

Natürlich wissen wir, dass das Nutzen des besten Zeitpunktes auch immer ein Organisationsproblem ist; aber je länger das Schnittgut am Boden liegt, um so größer ist die Gefahr der Kontamination (Verseuchung) u.a. mit Pilzen.

 

„Pilze“ führen uns zum Thema Rundballen, die ein Gewicht von 400 kg und einen Durchmesser von 1,20 m bis 1,80 m bei Heu haben können. Das Heu wird in ihnen mit unterschiedlichen Techniken in der Presse zusammengerollt, dann mit Bändern oder meist Netzen umwickelt und nach hinten herausgelassen.

Und dann?

Bleiben die Ballen auf der Wiese mit direktem Kontakt zum Boden liegen, so dass von unten Feuchtigkeit eindringen kann? Wie werden Sie abgedeckt – mit einer Folie, die dann übers Jahr von Tieren zerpickt, zerfressen oder vom Wind zerrissen werden? Heu fängt an zu verderben wenn es nicht ausreichend trocken ist oder Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnimmt, z. B. durch falsche Lagerung direkt am Boden oder an der Wand. Außerdem: Heu darf nicht im Stall gelagert werden, da die Tiere viel Feuchtigkeit in die Luft abgeben. (Gefahr auch durch Milben, Käfer, Insekten und Nager.)

Wir empfehlen hierzu im bereits oben zitierten Buch von Meyer/Coenen die S. 120 ff zu lesen.

Hinweise.

Heu aus Überschwemmungsgebieten birgt die Gefahr, dass es mit schädlichen Mikroorganismen (Salmonellen, Fäkalkeimen, etc), chemischen Substanzen (Dioxine, Furane, Nitrat/Nitrit oder Phospate) oder mit Schwermetallen kontaminiert wurde.

Der Versuch, auf gerichtlichem Weg einen Heukauf rückgängig zu machen, von Heu, das vom Käufer angenommen wurde, aber von den Pferden nicht akzeptiert wird oder sich als unbekömmlich erweist, hat sich als äußerst schwierig erwiesen.

Daher raten wir unseren Kunden: Wenn es Ihnen möglich ist, schauen Sie sich die Wiesen Ihres Lieferanten an!

Dazu eine Tabelle der richtigen Heubeurteilung im Buch Meyer/Coenen: Pferdefütterung 5. Auflage, S. 121.

Quellenhinweise: Meyer/Coenen. Pferdefütterung 5.Auflage, Kamphues: Vortrag FFP-Jahrestagung 2014 zum Thema Futtermittelhygiene,

Beispiele:

Die Herbstzeitlose ist trittempfindlich, deshalb auf beweideten Flächen kaum zu finden. Aber sie liebt die extensive Wiesenwirtschaft. Gerade im arten- und kräuterreichen Schwarzwaldheu findet man diese Pflanze in den letzten Jahren häufig. Ihre Blätter und die Fruchtstände bleiben, egal ob getrocknet oder siliert, lebensbedrohlich giftig. Das führt zu Appetitverlust, starker Speichelbildung, Kolik und Atemnot. Und einmal im Raufutter drin, kann man/Pferd vor allem die Samen nicht mehr aussortieren!

Adlerfarn und Sumpfschachtelhalm inaktivieren Vitamin B1. Schon bei geringen Anteilen im Heu fällt bei den Tieren Appetitlosigkeit, Übererregbarkeit, Verlangsamung der Herztätigkeit und allgemeine Schwäche auf.

Adonisröschen kommen auf kalkhaltigen Böden vor. Ihre giftigen Substanzen führen zu lokalen Reizungen an Maul- und Magen-Darm-Schleimhaut und Störungen der Herzfunktion.

Johanniskraut schädigt Zellen. Es treten Entzündungen auf. Durch eine besondere Sensibilisierung der Haut kommt es bei nicht pigmentierten Hautstellen zu Sonnenbrand.

Goldhafer führt bei massenhaftem Auftreten oder länger dauernder Aufnahme zu schweren Nieren- und Gefäßerkrankungen.

Das Jakobs-Kreuzkraut, das zu den gefährlichsten Giftpflanzen in Europa gehört, verbreitet sich explosionsartig und wird von vielen Pferden im jungen Stadium gefressen. Nach 6-7 Wochen entwickelt die Pflanze bittere Stoffe, die die Tiere riechen können und dann meiden. Durch die Trocknung gehen diese Bitterstoffe verloren, die Tiere können die Gefahr nicht mehr erkennen. Alle Kreuzkrautarten enthalten leberschädigende Substanzen. „Bei chronischer Aufnahme fallen Appetitlosigkeit, Abmagerung, Abgeschlagenheit, Benommenheit, teilweise (bei erheblichen Leberveränderungen) auch Erregungszustände, verbunden mit erhöhten Leberenzyamaktivitäten und NH3-Gehalten im Blut auf.“ (Meyer/Coenen: Pferdefütterung 5. Auflage)

All diese Pflanzen verlieren ihre Toxizität durch Trocknung nicht!

Eine weitere Gefahr, die früher für Heu nie erwähnt wurde, ist u.U. das Mutterkorn. Man kennt es vom Roggenanbau und weiß daher um seine Gefährlichkeit. Diesen giftigen Pilz findet man aber auch auf Süßgräsern. Bei der Getreideernte stellt das Aussortieren von Mutterkorn kein Problem da, bei der Heuernte wird es mit eingesammelt und bleibt drin!

 

Ein fittes Pferd allein reicht nicht

Ein fittes Pferd allein reicht nicht…

für die Deutschen Meisterschaften in Luhmühlen Anfang Juni.

Aber der Reihe nach.

Giselle ist erfolgreich in die neue Saison gestartet. In den ersten 10 Wochen hat sich Giselle nach einer fehlerfreien Einlaufrunde in Luhmühlen (CIC**) beim dem darauffolgenden Frühjahrsmeeting in Kreuth (CIC**) mit einem guten Dressurergebnis, einer fehlerfreien Runde im Gelände und einer sicheren abschließenden Springrunde gegen starke Konkurrenz erfolgreich durchgesetzt (Platz 6). Über weitere gute Leistungen auf S-Niveau (CIC*** Sopot/Polen und CIC*** Marbach/Bayern) hat sie sich für die internationalen Deutschen Meisterschaften in Luhmühlen qualifiziert und eine Startgenehmigung erhalten.

Diese hohe Dichte an Turnierstarts erfordert immer wieder eine schnelle und möglichst vollständige Regeneration. Ein systematischer Wechsel von Belastung und Erholung ist notwendig. Somit sind begleitende Maßnahmen über den Futterplan abzustimmen.

VITA DEVERRA zur verbesserten Regeneration, ISMOVIT zur Verbesserung des Sauerstoffaustausches und DEVERRA GOLD zum vermehrten Muskelaufbau und zur Stärkung des Sehnen- und Gelenkapparates werden in dieser Zeit hinzugefüttert.

Das Pferd ist topfit, der Reiter leider nicht. Ein Sturz beim Abschlussspringen in Kreuth, 10 Tage vor Luhmühlen, führt zu einer Rippenprellung, die einen Start auf der Deutschen Meisterschaft unmöglich macht. Zum Reiten gehören eben immer zwei!

Granuela ist ebenso vielversprechend in die Saison gestartet. Ihr erstes CIC** (M) hat sie sowohl im Gelände als auch im Springen fehlerfrei absolviert. Für ihre sieben Jahre ein überaus ansprechendes Ergebnis. Auch in Sopot (Polen) hinterließ sie in einem CIC* (L) einen sehr guten Eindruck (5.Platz). Leider muss sie zurzeit pausieren, da ein entzündeter Zahn operativ entfernt werden muss.

 

Alle aktuellen Verletzungen müssten zeitnah überstanden sein – und wir stehen ja noch mitten in der Saison!